Das Echolot

Reimer Kossler


Warum benötigen wir ein Echolot ?

Um Fische zu fangen braucht man kein Echolot! Diese Aussage ist so gesehen gar nicht falsch. Es gibt Angler die ihr Gewässer sehr gut kennen und auch ohne Echolot erfolgreich angeln. Nur haben Diese durch lebenslanges Erkunden oder durch vererbte Informationen das Gewässer auswendig gelernt. Leider ist es bei Anglern immer noch an der Tagesordnung gutes Wissen nicht preiszugeben.

Heute hat man die Möglichkeit sich mit einem Echolot recht schnell ein Bild über ein Gewässer zu machen . Mit einem Echolot angeln heißt nicht unbedingt mehr zu fangen aber man angelt wenigstens an einer erfolgversprechenden Stelle und vergeudet nicht kostbare Angelzeit auf einem verlorenem Posten .


Fisch ID

E1Fischsymbole sehen zwar schön aus und werden meist auch in verschiedenen Größen dargestellt. Diese sind aber aus meiner Sicht wirklich nur etwas für den Neuling auf dem Sektor der Echolote, der sich freut viele Fische zu „sehen“. Warum das so ist ? Fischsymbole sind das Ergebnis von einem Rechnerprogramm, das Rohechos in Fischsymbole umwandelt. Bei dieser Umwandlung bleiben jedoch viele Informationen auf der Strecke. Am Negativsten ist, dass manche Dinge vom Rechnerprogramm falsch interpretiert werden, wie z.B. Schwebteile, Luftblsen oder Colaflaschen. Falschanzeigen sind dann die Folge. Oft ist der Bildschirm voller Fischsymbole, ohne das wirklich so viele Fische da sind ..


Die Auflösung

Unter der Auflösung versteht man die Anzahl von Bildpunkten, aus denen sich das Echolotbild zusammensetzt. Die Hersteller geben meist die Anzahl der waagerechten und der senkrechten Bildpunkte an.

Für den Anwender ist die Anzahl der senkrechten Bildpunkte von entscheidender Bedeutung, denn je mehr Bildpunkte ein Bildschirm in der Senkrechten aufweist, desto genauer werden Details sichtbar. Unter Details verstehe ich elementare Dinge wie z.B. das Erkennen von Fischsicheln, Bodenbewuchs, Sprungschichten, Futterfischen und Fischen, die sich in Grundnähe aufhalten. Ferner wird durch eine hohe Anzahl der senkrechten Bildpunkte eine präzise und fein strukturierte Darstellung der Bodenstruktur, Graulinie und Fischsicheln erreicht.


Fazit

I8 Ein Echolotbild wird durch eine Anzahl von Bildpunkten dargestellt. Hierbei sind die senkrechten Bildpunkte von Bedeutung. Mit wenig Bildpunkte wird ein grob gerastertes Bild erreicht, das nur wenig Detailinformationen liefert. Um viele Detailinformationen zu erhalten, sollte ein Echolot über möglichst viele Bildpunkte verfügen.


Praxistipp Graulinie

E3 Nehmen wir einmal an, Sie haben es auf Zander abgesehen und Ihr Echolot zeigt Ihnen in Grundnähe mehrere große Fische an. Jetzt werden Sie vielleicht unsicher, denn Zander sind bodennahe, großwüchsige Schwarmfische – Karpfen aber auch. Sie können jetzt im Zweifelsfall stundenlang mit den tollsten Kunstködern auf Karpfen angeln, oder Sie gehen die Sache systematisch an, was wohl die bessere Variante ist.

Wie schon erwähnt, sind beide Fischarten großwüchsig, stehen in Grundnähe und treten häufig im Schwarm auf. Der Karpfen bevorzugt jedoch schlammigen Untergrund, wogegen der Zander harten, steinigen Untergrund liebt. Ob der Grund nun schlammig oder hart ist verrät Ihnen die Graulinie des Echolotes. Mit dieser Information können Sie Rückschlüsse darauf ziehen, welche Fischart geortet wurde. Das funktioniert analog natürlich auch perfekt bei der Fischsuche. Wenn Sie auf Zander aus sind, sollten Sie gezielt die abfallenden, harten Gewässerbereiche, am Besten mit Untiefen, absuchen. Diese effektive Vorgehensweise spart Zeit und bringt Sie schnell zum Stachelritter.


Praxistipp Eisangeln

Sie wollen Eisangeln und haben es auf schöne Barsche abgesehen. Sie kennen das Gewässer nicht bzw. sind sich unsicher wo die Kante abfällt im Sommer sieht es auch völlig anders aus .. kein Problem: Sie suchen sich eine Stelle wo die gewünschte Tiefe erwartet wird. Jetzt wird dort bevor man mühevoll ein Loch macht, mit dem Schuh der Schnee beseitigt. Dann wird der Geber des Echolots direkt auf das glatte Eis aufgesetzt und schon erscheint die Tiefe und vielleicht sogar Fisch auf dem Echolot. Es funktioniert nämlich einwandfrei auch durchs Eis. Nun können wir so systematisch fortfahren bis wir die uns bekannte Tiefe oder eine vielversprechende Stelle gefunden haben.

Diese Methode erspart uns viel kostbare Zeit in der wir sonst durch Schweitzer Käse machen ins schwitzen gekommen wären, was bei Kälte gar nicht toll ist.



Kauftipp Echolot

Ich nutze selbst das X 75 3D sowie das X85 von der Firma Lorance. Beides sind sehr gute Geräte für den Angler. Im Verein haben wir uns die Einsteigermodelle Eagle 120 zum Ausleihen angeschafft. Die 3D Echolote sind toll aber für uns Angler nicht empfehlenswert, da hierbei der Geber 100%ig ausgerichtet sein muss um gute Ergebnisse zu erhalten.

Das damalige Top Gerät von Lorance, das X85 erfüllt alle Wünsche und lässt sich sehr gut bedienen, war aber wie die heutigen Modelle der Spitzenklasse recht teuer. Unser Eagle 120 ist sehr günstig, zeigt die Tiefe und Fischechos einwandfrei an. Es ist natürlich in Bildauflösung, Details usw. mit dem X 85 nicht zu vergleichen reicht aber zum Angeln vollkommen aus, um die Fische zu finden. Es hat gegenüber dem X 85 sogar noch den Vorteil das es wesentlich weniger Strom verbraucht.

Ich empfehle daher jedem an einem Echolot Interessierten entweder das günstigste oder das teuerste Model zu kaufen. Einer der „nur“ die Tiefe erkunden und die Fische finden möchte ist mit dem günstigen Modell ausreichend gut bedient und jemand der fast täglich Angeln geht und sich auch richtig mit dem Echolot beschäftigen möchte, der sollte beim Kauf keine Kompromisse machen.


Petri Heil!
Euer Reimer Kossler