STIPPANGELN 

Reinhard Brinkmann



Das Gerät

Für die leichte Stippfischerei bis 8 Gramm Tragkraft des Schwimmers sind Ruten bis zu einem Wurfgewicht von 20 Gramm ideal. Eine kurze Rute ist handlicher, eine lange Rute dagegen erlaubt besseres Führen des Köders und einen schnelleren Anhieb.
Die ideale Länge der Rute richtet sich nach dem zu befischenden Gewässer.
EineSpitzenaktion der Rute erlaubt genauen Anhieb, schnellere Würfe und eine gute Kontrolle des Fisches im Drill.
Auf jeden Fall gilt hier, so leicht wie möglich. Denn je leichter die Montage, desto unauffälliger ist sie. Kleine Schrotbleie am Vorfach bleiben vielleicht unentdeckt, während größere die Fisch vergrämen. Aberauch so schwer wie nötig, da eine ultrafeine Zusammenstellung des Geräts nicht immer Trumpf ist. Wenn z.B. manche Fischarten einen ruhig angebotenen Köder einem lebhaft umhertreibenden vorziehen, darf die Montage auch eine Nummer schwerer gestaltet werden.

Als Faustregel ist zu empfehlen: Je größer der zu erwartende Fisch, je schwieriger das Gewässer, um so unempfindlicher ist die Montage zu wählen.

Austarieren

Ist das genaue Austarieren eines Schwimmers, auch Pose genannt, mit Hilfe von Bleischroten, die an die Hauptschnur geklemmt werden. Ziel ist es, den Schwimmer so zu "beschweren", daß er optimal im Wasser steht. Auf vielen Schwimmern ist die jeweilige Tragkraft in Gramm oder englischen Gewichtscodes aus Buchstaben und Zahlen aufgedruckt. Diese Angaben erleichtern das Austarieren.

Diese englischen Tragkraft- beziehungsweise Gewichtsangaben entsprechen:

BB ....................... 0,40 Gramm
AAA ....................... 0,80 Gramm
SG ....................... 1,60 Gramm
SSG ....................... 1,90 Gramm
No.1....................... 0,30 Gramm
No.3....................... 0,20 Gramm
No.4....................... 0,17 Gramm
No.5....................... 0,10 Gramm
No.6....................... 0,08 Gramm
No.7....................... 0,07 Gramm
No.8....................... 0,06 Gramm
No.9....................... 0,05 Gramm
No.10..................... 0,04 Gramm

Futter

Das Futter zum Anfüttern sollte je nach Jahreszeit eine bestimmte Färbung aufweisen:

Jahreszeit

Futterfarbe
Kalte Jahreszeit sehr dunkel bis schwarz

April bis Mai

rot bis braun

Sommer rot
Konsistenz : Wenn die Konsistenz nicht stimmt können Geruch und Geschmack eines Futters nicht wirken. Ist das Futter zu nass, löst es sich am Gewässergrund zu spät auf.
Ist das Futter zu klumpig, nehmen die Fische zu große Brocken auf und sind rasch gesättigt. Abhilfe schafft hier das Sieben des Futters nach dem Anfeuchten. Überprüft werden kann die Konsistenz, indem man eine Futterkugel ins Flachwasser legt und diese beobachtet wie und ob sie sich auflöst.

Hakengrößen

Man sollte nicht mit Minihaken, sondern mit einer mittleren Hakengrößen, anfangen, denn falls unerwartet gute Fische am Platz sind und Einer davon beißt diese nicht schon im Drill aussteigen. In der Folge schlagen sie auch noch die Schwarmgenossen in die Flucht. Deshalb besser mit einem mittelgroßen Haken beginnen der dann auch mit schwereren Fischen fertig wird.

Folgen nun Fehlbisse, kann man immer noch zu kleineren Haken greifen.

Das Ausloten

Bevor man mit dem Fischen, sich häuslich einrichten oder sogar Anfüttern beginnt, sollte der Angelplatz immer exakt ausgelotet und nach Rinnen, Kanten, Mulden oder Erhebungen, abgesucht werden.
Ein paar Zentimeter entscheiden oft über Sieg oder Niederlage. An manchen Gewässern fällt der Grund in Stufen ab. Somit stehen mehrere Angeltiefen zur Verfügung. Hier hilft nur – die unterschiedlichen Angeltiefen auszuprobieren.
Oft sind die Fische auf eine bestimmte Tiefe fixiert und lassen sich auch mit dem besten Futter nicht in eine bestimmte Tiefe locken.

Anfüttern

Das Anfüttern soll die zu beangelnden Fischarten an den Angelplatz locken und nur soviel angeboten werden, wie auch gefressen wird. ACHTUNG: Nicht aufgenommenes Futter säuertund kann bei späterer Nahrungsaufnahme zu Darmerkrankungen der Fische führen!
Das Futter soll nicht weit verstreut werden, da dadurch die Fische nicht mehr an einem Punkt zielgenau befischt werden können. Daher immer beim Auswerfen des Futters sich an einem markanten Punkt orientieren, beispielsweise die Rutenspitze und oder ein markanter Punkt am anderen Ufer anpeilen.
Auch muss berücksichtigt werden, dass bei abfallendem Gewässergrund und starker Strömung die Futterballen nicht dort liegen bleiben, wo sie auf das Wasser treffen.
Besonders präzise und geräuscharm kann man mit einer zusätzlichen Kopfrute und einem daran befestigten Cup (kleiner Becher oder Netzchen) an der Spitze befestigt, anfüttern.

Angelentfernung begrenzen

Nur die Länge der Kopfrute nutzen.
Im Fließgewässer wird sehr häufig mit verkürzter Schnur gefischt, das Fischen mit langer Bahn ist in stehendem Gewässer üblich. Je kürzer die Schnur ist, umso schneller und präziser ist man beim Fischen. Außerdem bewegen sich die Fische durch die Unruhe am Ufer und beim Anfüttern immer weiter nach draußen, von der Angelstelle, weg. Wer dann durch Aufstecken oder mit einer längeren Rute noch nachsetzen kann hat wahrscheinlich einen gewissen Vorteil.

Keine Überfütterung

Am besten nur sparsam Lockfutter einwerfen und minimal nachfüttern. Eine zu heftige Anfangsfütterung stopft nur die Mägen der Fische und nach einer kurzen Beißperiode folgt eine lange Flaute und der Angelplatz wirkt wie verwaist.

Taktik / Methode

Was ganz alleine am Wasser zum Erfolg führt, muss im dabeisein von Kollegen an der gleichen Stelle, obwohl die Montage und Köder nicht verändert wurden und die Gewässerbedingungen annähernd die gleichen sind, noch lange nicht funktionieren.
Am besten legt man sich eine Taktik für den Tag zurecht um sich nicht zu verzetteln, auch wenn die Nachbarn - zunächst - mehr zu fangen scheinen. Erst wenn sich die gewählte Taktik als Fehler herausstellt, kann ein Wechsel helfen, das schlimmste zu verhüten. Und zu guter letzt: Die meisten Fische wird beim Angeln immer derjenige haben, der alles, Gerät, Taktik, Methode, Futter und Köder, am besten aufeinander abgestimmt hat. Ebenso ist es ratsam das noch zu üben, woran es am meisten hapert. An den schon vorhandenen Stärken kann man, immer wieder mal, kontinuierlich feilen.


Petri Heil!
Euer Reinhard Brinkmann